Ist die Pflegeberufekammer eine legitimierte Interessenvertretung der Pflegenden?

Nach dem „Gesetz über die Kammer und die Berufsgerichtsbarkeit für die Heilberufe in der Pflege (Pflegeberufekammergesetz – PBKG)“ vom 16. Juli 2015: JA! Es wurde im Spätsommer 2013 von TNS Infratest eine „repräsentative“ Befragung unter 1170 examinierten Pflegekräften in SH durchgeführt, in der sich 51% der Befragten für die Errichtung der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein aussprachen. Daraufhin wurde das o.g. Gesetz von der Küstenkoalition (SPD/Grüne/SSW) beschlossen und verabschiedet. Bis zum Eintritt der neuen DSGVO waren die Arbeitgeber nach diesem Gesetz verpflichtet, alle, bei ihnen derzeit beschäftigten Pflegefachkräfte an den Errichtungsausschuss der PbKSH zu melden. Bei Zuwiderhandlung drohten den Arbeitgebern empfindliche Bußgelder. An der Wahl zur Kammerversammlung 2017 konnten nur die Pflegefachkräfte teilnehmen, die bis sich bis dahin registriert hatten. Und weil viele Pflegefachkräfte der Registrierungsaufforderung bis zur Wahl nicht nachgekommen waren, war die Wahlbeteiligung mit ca. 4000 Stimmen von etwa 27.000 Pflegefachkräften in SH recht niedrig.

Kann die Pflegeberufekammer sicherstellen, dass wir genug Personal haben?

Nein! Gute Pflege braucht mehr Personal und gute Lohn- sowie Arbeitsbedingungen. All das kann die Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein nicht leisten. Sie hat lediglich eine beratende Funktion!

Welche Mittel hat die Kammer, damit die Bedingungen in der Pflege besser werden?

Die Kammer kann nur Lobbyarbeit betreiben. Das machen aber auch schon Berufsverbände und Gewerkschaften. Vor Ort sind wir selber für die Verbesserung unserer Arbeitsbedingungen verantwortlich. Da können Betriebs, Personalräte und Mitarbeitervertretungen für die konkrete Verbesserungen vor Ort sorgen. Für die bessere Bezahlung gibt es nur die Möglichkeit durch Tarifverträge. Dafür gibt es Gewerkschaften.

Muss ich das genaue Bruttojahresgehalt für 2018/2019/2020 angeben?

Für die Berrechnung des Jahrespflichtbeitrags wird das zu versteuernde Jahresbrutto minus 1000€ Werbungskostenpauschale (ersichtlich auf den Steuerbescheiden der Finanzämter) zu Grunde gelegt. Wer keine Steuererklärung gemacht hat und demnach auch keinen Steuerbescheid vorliegen hat, kann die Summe auf der Lohnsteuerbescheinigung die man jedes Jahr vom AG erhält, ermitteln.

Muss ich mich bei der Kammer melden, wenn ich noch nicht registriert wurde?

Ja! Nach dem PbKSHG sind alle examinierten Pflegekräfte, deren Arbeitgeber in SH ansässig ist, verpflichtet, Mitglieder der PbK zu sein. Wer bisher noch nicht registriert ist, muss sich bei der PbK melden.

Kann ich mich davor drücken Mitglied in der Kammer zu werden?

Wie schon in der vorausgegangenen Frage beantwortet, ist jede examinierte PFK verpflichtet Mitglieder der PbK zu sein oder zu werden, es sei denn, man sucht sich einen Arbeitgeber außerhalb Schleswig Holsteins. Nach der neuen DSGVO darf die PbK aber NICHT mehr die Arbeitgeber anschreiben, um Daten abzufragen oder einzuholen. Nach Angaben der PbK arbeiten in SH ca. 27.000 examinierte Pflegekräfte. Davon sind 26.655 registriert, wenn man der Website der PbKSH Glauben schenkt.

Bin ich als Pflegehilfskraft auch verpflichtet Mitglied der Kammer zu sein?

Nein, Hilfskräfte können zur Zeit freiwilliges Mitglied werden.