Heiko Godow
Aktuelles

Statement zur Pressemitteilung der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein

30.09.2020 –

Liebe Kammergegner,
liebe mitlesenden Befürworter,

die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters“, anders lässt sich die Pressemitteilung der Pflegeberufekammer zum SHZ- Pflegegipfel gar nicht deuten. Als ich mich nach dem ersten durchlesen von meinem Lachkrampf erholt hatte musste ich mir tatsächlich die Frage stellen, ob ich nicht doch auf einer anderen Veranstaltung war!

Zur besseren Übersicht muss ich mit einigen Sachverhalten aufräumen:

Ich werde in dem Bericht als „Betreiber eines ambulanten Pflegedienstes“ bezeichnet. Das tut die Pflegekammer immer gerne, weil man andeuten möchte, dass ich als Arbeitgeber per se etwas gegen die Kammer haben müsste. Zu den Wahrheiten: Ich bin Krankenpfleger, Fachkrankenpfleger für Anästhesie und Intensivmedizin, Pflegedienstleitung und ja auch Geschäftsführer der AKA Pflegedienst GmbH (dafür habe ich noch BWL studiert!).

Ich bin Kammergegner, weil ich als Pflegefachkraft diese ablehne. Ich habe bei dem Gespräch erwähnt, dass mir in meiner Rolle als Arbeitgeber die Kammer nicht weh tut! Ich habe niemals!!!! gesagt, dass die Gewerkschaften die bessere Vertretung wären! Natürlich würde sich jede Pflegekraft über eine bessere Vergütung freuen und hätte diese auch auf jeden Fall verdient! Aber ich habe auch deutlich gemacht, dass die wahren Probleme und Ärgernisse an anderer Stelle liegen.

Ich habe betont, dass die „Gesamtgesellschaftliche Aufgabe zur Sicherstellung der Pflege“ NIEMALS nur durch die Pflegekräfte finanziell getragen werden darf! Aufgaben, die vormals das Sozialministerium übernommen hat (durch Steuergelder finanziert) sollen nun durch die Beiträge der Pflegekräfte bezahlt werden. Das wäre ja genauso, als würde man von den Feuerwehrleuten der Gemeinde Klein Kummerfeld verlangen, ihr dringend benötigtes neues Feuerwehrauto selber zu finanzieren.

Wusstet Ihr, dass in der Hochphase der Pandemie die geltenden Personaluntergrenzen einfach gestrichen wurden? Dass das Arbeitszeitgesetz geändert wurde und plötzlich 12Stunden Schichten und 60 Stunden Woche legitim waren?!
Und was hat die Kammer dazu gesagt? NICHTS!
Sie hat Ihren Sicherstellungsauftrag wahr genommen und hat nicht die Interessen der Pflegenden vertreten. ( Das wird Sie auch nie tun, weil es eben nicht die Aufgabe der Kammer ist!)

In der Pressemitteilung der PBK war nicht zu lesen, dass die Präsidentin aller Pflegekräfte zu Hause in Quarantäne feststeckte, weil Sie in Frankreich im Urlaub war! Derweil sich jede Pflegekraft bis zur Selbstaufgabe an soziale Isolation und FFP2 Masken hält, reist unsere Präsidentin ins Epizentrum der Pandemie. Was für ein Vorbild!

Es war nichts in dem Bericht der PBK von Frau Pauls Verdrehungen um Zahlen für Zustimmung und Ablehnung zu Kammern zu lesen.

Alles in allem eine einseitige, unvollständige und tendenziöse Pressemitteilung. Wer seine Mitglieder so informiert, betreibt bereinigte Propaganda, wie wir sie eigentlich schon lange hinter uns gelassen haben!

Hinterfragt kritisch, bewertet hart und wählt im Frühjahr den Laden endlich ab!

Liebe Grüße
Heiko Godow